Institut zur Förderung der Glaubenslehre

 

exegetisch-theologischer Kommentar der
Evangelientexte für die Sonntage und Hochfeste


wissenschaftliche, textstellenbezogene Zusammenschau von Einzelexegese,  Hintergrundinformationen und neutestamentlicher Theologie • Aggregation der relevanten Stoffe in eine kompakte, synthetische Darstellung • Grundlagen und Orientierungshilfen zur eigenständigen Erschließung des Textes: zur persönlichen Auseinandersetzung, für den Dienst der Verkündigung oder in Vorbereitung eines Bibelgesprächs • Gemeinschaftswerk zahlreicher Neutestamentler und Theologen aus dem deutschen Sprachraum • In Würdigung der hermeneutischen Dimension der Zeugnisse der Schrift wird der Weg frei für die aneignende Bemühung und die Begegnung mit dem Wort
Gottes.

3. Fastensonntag (07.03.2010): Kommentar zu Lk 13,1-9 von Generalvikar Dr. Franz Jung, Speyer • 4. Fastensonntag Laetare (14.03.2010): Kommentar zu Lk 15,1-3.11-32 von Dr. Manfred Diefenbach • 5. Fastensonntag (21.03.2010): Kommentar zu Joh 7,53-8,11 von Dr. Dr. Thomas Schumacher, München

Die Feier der Eucharistie


Die Feier der Eucharistie markiert die Mitte des kirchlichen Lebens. Die Kirche lebt von der Eucharistie (ecclesia de eucharistia). Indem die Kirche begeht, was Jesus Christus begangen hat, erhält sie Anteil an ihm. Im Modus erinnernden Begehens - auf die Weise einer intentional bestimmten äußerlich zum Ausdruck gebrachten perlokutionären, persignifikativen Zeichenhandlung - partizipiert die in der feiernden Versammlung repräsentierte Kirche am Herrn. Auf anamnetisch-epikletische Weise wird sie pneumatisch selbst eingeborgen in das Pascha-Mysterium des Herrn. Indem die Kirche so voll und ganz hineingenommen ist in Gottes Großtat, ist diese zugleich in der Kirche repräsentiert, d.h. wirklich vergegenwärtigt (Aktual- und Realpräsenz). Die Feier der Eucharistie umfasst so Gedächtnis, Vergegenwärtigung und Mitvollzug von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn sowie seiner Vollendung in der Herrlichkeit des Vaters. In der Feier der Eucharistie wird die wirkmächtige Gegenwart des Herrn zum sakramentalen Ereignis; in ihr ist das Pascha-Mysterium sakramental verdichtet.

ausführliche Erläuterung der Abläufe  •  liturgiegeschichtliche Entwicklungen  •  theologische Bedeutung

Grundvollzüge der Person.
Dimensionen des Menschseins bei Robert Spaemann

Der Begriff der Person ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem Schlüsselbegriff für das Verständnis des Menschen geworden. Mit seinem Buch Personen. Versuche zum Unterschied zwischen ‚etwas’ und ‚jemand’ (1996) hat Robert Spaemann – angestoßen durch zeitgenössische Debatten – eine grundlegende und maßgebliche Stellungnahme formuliert und zugleich seinen eigenen Beiträgen zu anthropologischen und ethischen Themen ein umfassendes Fundament gegeben. In die Überlegungen des Personen-Buchs fließen – wenn auch zum Teil implizit und in Andeutung – die verschiedenen Grundmotive des Denkens Spaemanns ein:

 

 


seine Wiederentdeckung der Naturteleologie, seine Lehre vom gelingenden Leben, seine Verteidigung des Gottesgedankens auf der Grundlage von Vernunft und Sprache sowie sein Verständnis vom künstlerisch-gestalterischen Tätigsein des Menschen. Der Begriff der Person erlangt dadurch den Status eines Grundbegriffs, der es erlaubt, die einzelnen Aspekte seiner Philosophie von hier aus zu entfalten. Im Ausgang von Robert Spaemanns Verständnis von Person lassen sich verschiedenen Dimensionen des Menschseins explizieren.
Mit einer Bibliographie der Schriften Robert Spaemanns

Person und Glaube
Der Wahrheit gewürdigt

Person ist ein Würdename. Er gebührt dem Menschen als Gewissens-Wesen, insofern er des Anspruchs gewürdigt wird, unbedingt "der Wahrheit die Ehre zu geben". Weder Personsein noch Würde sind empirische Fakten. Sie begegnen nur in einem gewissenhaften Verständnis der Empirie. Solche Deutung – hier Glaube genannt – erfasst über den Menschen mit seinem Gewissen hinaus auch das Woher dieses Anrufs und nennt es Gott.

Der Mensch wird zur Antwort gerufen. Sein Selbst erfüllt sich im Selbst-Überstieg - und findet so das Glück. Denn was macht tiefer glücklich als das Angenommen-sein von Hingegebenheit? Der Einsatz aber dient vor allem der Vermittlung: zwischen innerweltlichen Bereichen sowie zwischen Welt und Gott. Den Gipfel solchen Mittlertums bildet der eine Mittler. Darin zeigt sich endgültig eine priesterliche "Sinnbedeutung" von Person, welche "ihr Seinsgewicht übersteigt"

Gotteserfahrung im Denken


Gotteserfahrung im Denken bietet einen Ansatz, das Sprechen von Gott philosophisch zu legitimieren. In-über vielfältiger Sinnerfahrung eröffnet sich dem Menschen eine Erfahrung Gottes. Die traditionellen Gottesbeweise werden neu durchdacht. Den klassischen Analogiebegriff legt Splett im Sinn von Entsprechung aus und schlägt damit eine Brücke zur relationalen Ontologie. Aus der Dialogik des Mit-Seins gewinnt er eine moderne Form von Gottesbeweis. Im Gespräch mit dem Atheismus entwickelt Splett Glaubenskategorien, die den Streit um Anpassung und Widerstand übergreifen. Der Frage Ijobs stellt sich Splett mit großer Redlichkeit. Er durchdenkt die Geschichte der Theodizee bis zu den humanistischen und skeptischen Positionen heutiger Denker und beantwortet diese statt durch eine Lösung mit der Haltung christlicher Hoffnung.

 

 
Der Mensch als Weg zu Gott
Das Projekt "Anthropo-Theologie" bei Jörg Splett

Anläßlich des 70. Geburtstages des Philosophen Jörg Splett veranstaltete die Thomas-Morus-Akademie Bensberg ein Philosophisches Symposion, das unter dem Titel „Der Mensch als Weg zu Gott“ stand. Dieses war dem Ansatz „Anthropo-Theologie“ gewidmet, mit dem Jörg Splett selbst sein Denken zusammenfassend betitelt hat. Es im Gespräch mit jenem Hörerkreis zu erkunden, der ihm seit Jahrzehnten in besonderer Weise am Herzen liegt, war das Anliegen der Veranstaltung.

Die didaktisch kluge Erschließung auch abstrakter Erkenntnisse für den gesunden Menschenverstand ist im Philosophieren Jörg Spletts stets verbunden mit dem Ausweis ihrer ethischen und religiösen Relevanz. Überdies sind ihm Literatur und bildende Kunst beständiger Bezugspunkt seines Denkens. Die klassische Trias von ‚Theoria’, ‚Praxis’ und ‚Poiesis’ erschien daher als angemessener Rahmen, die verschiedenen Dimensionen des Denkens Jörg Spletts zu entfalten. Nachfolgend findet sich eine Dokumentation der Beiträge des Symposions zum Werk Jörg Spletts.

 

Projekt Karmel Schweiz

Ein Karmel für die deutschsprachige Schweiz:
 Sr. Veronika Elisabeth Schmitt OCD spricht dabei von einem ‚Refounding’ des Karmel aus dem Geist des Ursprungs.

Perichorein
Zur theodramatischen Gestalt der Theo-Logik bei Hans Urs von Balthasar

Theo-Logik besteht hingeordnet auf eine Auslegung des Gott-Welt-Verhältnisses hinsichtlich der Dimension der Wahrheit. Balthasars Grundbestimmung, in welcher Weise Wahrheit Gottes in Welt epiphan zu werden vermag, entfaltet sich entsprechend der perichoretischen Struktur der Transzendentalien trilogisch. Die Theodramatik stellt sich in ökonomischer Perspektive als rückhaltlose Selbstoffenbarung Gottes (missio, Kenosis) dar und verweist dabei auf den innertrinitarischen Selbstvollzug Gottes, der sich hierin manifestiert. Insofern ist Balthasars gesamter theologischer Entwurf geprägt vom Aspekt des Handelns Gottes in der Fülle des eschatologischen Ereignisses. Gott selbst ist kein starrer Identitätsblock, sondern stellt sich als ein sich im Vater Mitteilender, im Sohn Empfangener, von Vater und Sohn gemeinsam im Geist Geschenkter dar. Balthasar erhebt den akthaften Vollzug damit zum maßgeblichen Paradigma theologischer Rede.

Dieser theodramatisch ereignishaft manifestierten, dreidimensional-einen Sprache Gottes hat die kreatürlich-antwortende Gestalt von Theo-Logik zu entsprechen. Dabei bleibt sie der conditio des Menschen verpflichtet, stellt aber keineswegs das Ergebnis menschlichen Denkens allein dar. Sie spricht nicht von sich aus, sie hat nicht zu entwerfen und Möglichkeiten zu ersinnen, sondern im Glauben der Gestalt der Wirklichkeit nachzudenken und das Gehörte je neu auszusagen. Objektives Prinzip theologischen Erkennens, Denkens und Sprechens bleibt das Wort Gottes. Dabei erscheint die christologische Mitte der Ökonomie eingerahmt von einer sowohl vorausliegenden wie nachfolgenden Pneumatologie im Sinne einer universalen trinitarischen Unterfassung.

 

Denken im Glauben

Denken im Glauben markiert einen Grundvollzug des Menschen vor Gott. Durchdringung und Reflexion sind für ein Leben im Glauben nicht verzichtbar. Daher "muß das Volk Gottes sein Glaubensleben ständig in sich selbst erwecken oder neu beleben, zumal durch eine immer tiefere Reflexion, die sich unter der Führung des Heiligen Geistes mit dem Inhalt des Glaubens selbst auseinandersetzt" (Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen). Eine Neuausrichtung ist erforderlich, die dem programmatischen "duc in altum" (novo millennio ineunte) zu Beginn des dritten Jahrtausends Rechnung trägt. Dies betrifft die Verkündigung, die Theologie wie auch die Sorge um den vitalen Glauben jedes Einzelnen, den es je neu zu entfachen und zu vertiefen gilt. Vorliegende Beiträge umkreisen die Wirklichkeit des Glaubens sowie die Anforderungen, die sich heute daraus ergeben. Sie laden dazu ein, im Glauben zu denken, das eigene Glaubensleben von hier aus zu befruchten und andere im Glauben zu führen.
christliche Existenz

Was macht christliche Existenz aus? Eine Erläuterung dieser Frage zielt auf die Identität des Gläubigen insgesamt, nicht nur auf einzelne Aspekte von Glauben oder Weltanschauung. Daher genügt keine partikulare Antwort. Zahlreiche Themenfelder ragen ineinander und leuchten jeweils einzelne Aspekte des Einen und Ganzen aus. Christliche Existenz zu erläutern, zielt auf die Einholung eines Gesamtverständnisses, welches alle exisistenzrelevanten Bereiche des Menschen in sich schließt: den Bereich des Glaubens (Theologie, Oikonomie), die natürliche Ordnung (Kreatürlichkeit), Dimensionen der Antwort (Annahme, Hingabe, Selbstvollzug, Weltbezug, Dienst), das Leben der Kirche, Spiritualität und die Tatsache der Vorläufigkeit irdischer Pilgerschaft unterwegs zur Vollendung bei Gott. Die vorliegende Ausarbeitung bietet eine philosophisch-theologische Zusammenschau in hoch verdichteter Form. Sie dient als Kompendium zur geistigen Orientierung und geistlichen Vertiefung.

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